Dr. Lipp: Ludwig Erhard und die Soziale Marktwirtschaft

Was verstand Ludwig Erhard unter dem von ihm geprägten Begriff „Soziale Marktwirtschaft" und was versteht man heute darunter? Mit dieser Frage setzten sich die Teilnehmer des Freitagstreffs der SENIOREN-Union Altdorf auseinander.

Eingeladen als Gast am Tisch war dazu Herrn Dr. Hans Jochen Lipp, Vorstandsmitglied des „Ludwig-Erhard-Initiativkreises Fürth e.V." und der „Initiative Ludwig-Erhard-Preis".

Recht unterschiedlich waren die Einschätzungen der Teilnehmer nach der Frage, was man denn eigentlich unter „Sozialer Marktwirtschaft" verstünde. Marktwirtschaft, so Dr. Lipp,  bezeichnet eine Wirtschaftsordnung, in der Produktion und Verteilung aller Güter und Dienstleistungeen über Angebot und Nachfrage, d.h. über den „Markt" frei gehandelt werden können, ohne Verzerrungen z.B. durch staatliche Eingriffe. Sozial wird eine Marktwirtschaft dann, wenn Staat und Gesellschaft dafür Sorge tragen, dass auch Schwache durch „Hilfe zur Selbsthilfe" mitkommen können. Laut Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland hat jeder Mensch einen Grundanspruch darauf, dass sich der Staat in äußerster Not um ihn kümmert.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), als deren Mitbegründer Herr Dr. Lipp zeichnet, möchte die Bevölkerung in unserem Lande vom Wert marktwirtschaftlicher Reformen überzeugen. Sie setzt sich ein für Beschränkung des Staates auf seine Kernkompetenzen, auf Abbau der Bürokratie, Senkung von Steuern, Abbau von den Wettbewerb verzerrenden Subventionen, Senkung der Lohnnebenkosten, einer Deregulierung des Sozial- und Arbeitsrechts, sowie um mehr Effizienz in der Bildungspolitik. Arbeitslose müssten durch sinnvolle Qualifizierung Hilfe zur Selbsthilfe erhalten, statt alimentiert zu werden. Staatliche „Rundum-Absicherung" sei nicht mehr bezahlbar.

Die Ideen Ludwig Erhards aufzugreifen und sie für die Lösung heutiger Probleme in die Diskussion einzubringen, wurden die Vereine gegründet und zwei Auszeichnungen für Spitzenleistungen im Wettbewerb ausgelobt. Der „Fürther Ludwig-Erhard-Preis" geht einmal an Unternehmen und Organisationen, die im Sinne Ludwig Erhards hohe Wirtschaftsleistungen erbringen, die Verbrauchern nützen, mit denen sich Mitarbeiter identifizieren, die die Umwelt schonen und den sozialen Frieden fördern.

Ferner wird jährlich ein mit 5000,- € dotierter Preis an junge Menschen verliehen für Promotionsarbeiten auf hohem wissenschaftlichen Niveau.  Nicht die wissenschaftliche Arbeit allein, sondern die Symbiose zwischen Theorie und Praxis, aus der wirksame Veränderung entsteht, wird ausgezeichnet. Doktoranden können sich gerne an Herrn Dr. Lipp wenden, um eine große Chance für sich auszuloten.