Podiumsdiskussion „Bildungsstandort Altdorf“ am 26.9.2014

Altdorf: „Die CSU Altdorf möchte das Thema „Bildung und Schulen“ auch kommunalpolitisch intensivieren“ meinte Ortsvorsitzender Thomas Kramer bei seiner Begrüßung. Am Freitag, den 26. September 2014 fand deshalb auch in Altdorf im Raiffeisensaal eine politische Veranstaltung zum Thema: „Bildungsstandort Altdorf in der Bildungsregion Nürnberger Land“ statt. Neben Vertretern der Altdorfer Schulen Regina Fleischer (Leibniz-Gymnasium), Jörg Baldamus (Mittelschule) und Volkmar Weinhold (Grundschule) diskutierten auch MdL und Mitglied des Bildungsausschusses Norbert Dünkel sowie Karl-Heinz Bruckner von der Vereinigung der Direktoren Bayerischer Gymnasien aktuelle Themen wie die Weiterentwicklung des Gymnasiums, Perspektiven der Grundschule und der Mittelschule sowie die Chancen der Bildungsregion Nürnberger Land. Dr. Bernd Eckstein, Kreis- und Bezirksrat, moderierte die engagierte und faktenreiche Diskussion.

Zunächst ging es um das Gymnasium im Allgemeinen und das Leibniz-Gymnasium im Besonderen. Man sei inzwischen organisatorisch und inhaltlich beim G8 angekommen, auch wenn die Einführung kritikwürdig war, meinte eingangs Oberstudiendirektor Karl-Heinz Bruckner. Das Altdorfer Gymnasium, so Regina Fleischer, müsse attraktiver werden, um nicht noch mehr Schüler zu verlieren. Deshalb begrüße man die geplante Sanierung bzw. teilweise Neuerrichtung. Sie erläuterte das neue Konzept der Lernlandschaften mit der geplanten Cluster-Bauweise, welche nicht nur räumlich, sondern auch pädagogisch sehr attraktiv seien.

Jörg Baldamus forderte die Mittelschule weiter zu stärken, um lokale Betriebe auch künftig mit Auszubildenden und Arbeitskräften versorgen zu können. Der M-Zug, Ganztagsangebote, interessante Projekte sowie Kooperationen mit Firmen trügen dazu bei: Es gehe nicht immer nur ums Geld, sondern auch um Kreativität und Ideen.

Volkmar Weinhold  wies auf das Erfordernis der Inklusion hin und brachte die Frage einer Realschule für Altdorf in die Diskussion ein. Eine Realschule sei zweifellos eine Voraussetzung für einen „vollständigen“ Schulstandort. Hier müssten die relevanten Zahlen ermittelt werden, so Norbert Dünkel. Bernd Eckstein trug die Ist-Zahlen der Altdorfer Schüler vor, welche Realschulen in Feucht und Neumarkt besuchten. Entscheidend seien aber die Prognose-Zahlen. Karl-Heinz Bruckner wies jedoch gleichzeitig darauf hin, dass eventuell eine weitere Konkurrenz zum Gymnasium entstehen könnte.

Aus dem Publikum kam die Anfrage, warum die Entscheidung für das Gymnasium bereits nach der vierten Klasse getroffen werden müsse. Hier verfügte Bruckner über empirische Erkenntnisse, wonach dies der beste Zeitpunkt sei; er forderte jedoch in diesem Zusammenhang eine bessere Beratung beim Übertrittsverfahren. Und Frau Fleischer ergänzte, dass insbesondere das bayerische Schulsystem eines der durchlässigsten überhaupt sei.

Auch über weitere Verbesserungen der Ausbildung wurde leidenschaftlich diskutiert: Es sei wichtig, dass die Schüler nicht nur zuhören lerne, sondern auch „umsetzen und tun“, weshalb die P-Seminare zu begrüßen seien. Man könne auch Wahlfächer stärken und Pflichtfächer reduzieren, um individuelle Neigungen besser zu fördern. Kooperationen zwischen den Schulen seien in jeder Hinsicht wertvoll, so die einhellige Meinung auf dem Podium. Auch sei eine neue Schulbaurichtlinie erforderlich, was Norbert Dünkel mit nach München nehmen wollte.

Abschließend empfahl Volkmar Weinhold eine Fortsetzung der Vernetzung der Träger untereinander, auch der Förderschulen, die in Zeiten der Inklusion eine wichtige Rolle spielten. Jörg Baldamus bezeichnete die Diskussion als „wertvoll“ und wünschte sich, auch künftig „ideologiefrei“ über Verbesserungen zu reden. Regina Fleischer wünschte sich regelmäßigen Kontakt zu den Schulträgern, sah das Thema Ganztagsklassen als wichtiges Zukunftsthema und wünschte sich insbesondere von der Politik, dass die für das Leibniz-Gymnasium geplanten Maßnahmen auch zügig umgesetzt würden. Karl-Heinz Bruckner forderte vor allem „stabile Strukturen“ und nicht ständige Veränderungen um der Veränderung Willen. Man solle auch einmal Ruhe einkehren lassen in die Bildungslandschaft. Norbert Dünkel verwies in seinem Schlussbeitrag auf das erfolgreiche Modell der Bildungsregionen und erkannte aufgrund der konstruktiven Diskussion ein funktionierendes Modell einer „Bildungsregion Altdorf“

Bernd Eckstein und Thomas Kramer bedankten sich abschließend beim Podium und beim Publikum für die engagierte und kenntnisreiche Diskussion. Einige der Themen sollten durchaus in weiteren Veranstaltungen vertieft werden.

Bild v.l.n.r. Bgm. Erich Odörfer, Norbert Dünkel, Thomas Kramer, Regina Fleischer, Jörg Baldamus, Volkmar Weinhold, Dr. Bernd Eckstein, Karl-Heinz Bruckner