BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf zu Gast in Altdorf

„Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts.“ Das Zitat von Ludwig Erhard bildete das Motto des Jahresempfangs der Altdorfer CSU. Ehrengast und hochkarätiger Referent war der neu gewählte Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie Prof. Dieter Kempf, der vor über hundert interessierten Gästen in der Ausstellungshalle des Autohauses Rieger eine spannende Rede hielt. Durch die Veranstaltung führte der Altdorfer Bezirksrat Dr. Bernd Eckstein, der sich insbesondere bei der Bundestagsabgeordneten Marlene Mortler (CSU) für die Vermittlung des zugkräftigen Redners bedankte. Mortler sprach in ihrem Grußwort die wirtschaftspolitischen Erfolge Bayerns und der Bundesrepublik an, die man nicht leichtfertig verspielen dürfe. Die Wahl im Herbst sei eine Richtungswahl, bei der es auch um Grundsatzfragen der Gesellschaft gehe. Eckstein stellte den langjährigen DATEV-Vorstand und Bitkom-Präsidenten Kempf als einen exzellenten Wirtschaftsexperten vor. Er begreife Wirtschaft nicht als eine Veranstaltung von anonymen Konzernen, sondern von uns allen. Kempf bringe mit Geist und Witz die aktuellen Entwicklungen auf den Punkt und könne auch komplexe Zusammenhänge einfach erklären. Er scheue sich nicht, auch Themen anzusprechen, die andere meiden, wenn er es für nötig erachte. Und er „findet Gehör bis hin zu Wirtschaftsministern und Kanzlerin“. So deckte Kempf in seinem einstündigen Vortrag auch ein breites gesellschaftspolitisches Themenspektrum ab: Von der Bedeutung der Bildung zur Digitalisierung, die im Gegensatz zur Auffassung mancher Politiker kein Arbeitsplatzvernichter sei, sondern eine neue Stufe der wirtschaftlichen Entwicklung einleite. Viele operative Vorgänge ließen sich ohnehin nicht digitalisieren, es gehe dabei letztlich vielmehr um die Vereinfachung und Beschleunigung von Arbeitsabläufen. Sie berge hohe Wachstumspotenziale auch für entwickelte Volkswirtschaften wie unsere. Kempf kritisierte, dass sich in unserer Gesellschaft durchaus eine gewisse Wohlstandsträgheit und Saturierung feststellen ließe. Dies sei im Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung ein Zukunftsproblem, dem man sich stellen müsse. Er empfahl, sich wieder mehr auf die Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards zu besinnen und nicht den Verlockungen des Wohlfahrtstaates zu verfallen. Einem bedingungslosen Grundeinkommen erteilte Kempf in diesem Zusammenhang eine deutliche Absage, da dies die Probleme gerade von sozial Schwächen vergrößern würde. Die Globalisierung sei im Übrigen kein Schreckgespenst, sondern nützlich. Die internationale Arbeitsteilung schaffe Wohlstand und biete Chancen auch für zu entwickelnde Länder. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass die wirtschaftspolitischen Thesen von ganz links denen von ganz rechts ähnelten. Hier müsse man wachsam sein, um dem Land keinen Schaden zuzufügen. Das Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten hätte einer Exportnation wie Deutschland viele Chancen geboten. Durch die TTIP-Ablehnung des neuen amerikanischen Präsidenten wird dies nun leider auf dramatische Weise offenkundig. Den Brexit bedauerte Kempf. Das Beispiel mache deutlich, dass solche Abstimmungen auch schief gehen könnten, wenn Demagogen die Richtung bestimmten. Der lang anhaltende Applaus bewies, dass Kempf mit seiner objektiven Analyse und seinen zahlreichen Beispielen das Herz der Gäste erreicht hatte. Eckstein dankte ihm mit einem Geschenk für seine „gesellschaftspolitische Agenda 2020“. Der CSU-Kreisvorsitzende Norbert Dünkel übernahm das Schlusswort und lobte das neue Format der Veranstaltung. Dies müsse man wiederholen! Er ging abschließend auf die bayerische Bildungspolitik ein und erläuterte die wirtschaftspolitischen Beschlüsse des Bayerischen Landtags. Bayern akzeptiere nur eine Erbschaftsteuer, welche die Unternehmensnachfolge nicht zum Risiko mache. Im Übrigen fordere Bayern die Abschaffung des Solidaritätszuschlags, welche überfällig sei. Unter den vielen interessierten Gästen waren auch die Bürgermeister Erich Odörfer aus Altdorf, Michael Schmidt aus Winkelhaid und Klaus Falk aus Ottensoos sowie die Kreisräte Helmut Brückner, Monika Nette und der CSU-Ehrenkreisvorsitzende Kurt Eckstein sowie Dr. Hartmut Herzog. Auch Thomas Kramer, der Altdorfer CSU-Fraktionschef, mit zahlreichen Stadträten, die CSU-Ortsverbandsvorsitzenden Michale Haubner (Altdorf), Alexander Hommel (Feucht) und Jens Fankhänel (Neunkirchen) ließen sich die Veranstaltung nicht entgehen. Unter den vielen Vertretern der regionalen Wirtschaft befand sich auch der Vorstandsvorsitzende der Nürnberger DATEV Dr. Robert Mayr. Bei Familie Rieger bedankte sich die CSU mit einem Blumenstrauß für die Überlassung der Ausstellungsalle, die sich hervorragend für dieses Veranstaltungsformat eignete und bei CSU-Geschäftsführer Markus Schlieter und seinem Team für die perfekte Organisation der Veranstaltung.