Frauenunion besuchte Johannisfriedhof und Hesperidengärten

Die Altdorfer Frauen-Union unternahm einen kulturellen Nachmittag zum Johannisfriedhof in Nürnberg. Wenn auch an diesem Tag hochsommerliche Temperaturen herrschten, freute sich die Vorsitzende Angelika Raß, dass sich eine große Gruppe von Frauen hierzu eingefunden hatte.

Am barocken Friedhofsportal an der Lindengasse trafen sich die Damen mit der Stadtführerin Frau Ursula Rieger. Neben den geschichtlichen Beiträgen führte Frau Rieger die Gruppe an die Gräber bekannter Persönlichkeiten und zeigte auch die Sehenswürdigkeiten im Inneren der Johanniskirche auf.

Der jahrhundertealte St. Johannisfriedhof zählt mit Recht zu den schönsten und bedeutendsten Begräbnisstätten Europas. Das einheitliche Gräberfeld dieses Friedhofs mit den genormten Grabsteinen aus Sandstein, dem jahreszeitlich sich ändernden Blumenschmuck und den kunst- und kulturhistorisch wertvollen Epitaphien ist weltweit einzigartig. Viele Epitaphien erzählen anschaulich über Leben und Sterben im Nürnberg des 16. bis 18. Jahrhunderts.

Einen Teil seiner Berühmtheit verdankt der St. Johannisfriedhof dem Grab Albrecht Dürers, Nürnbergs größter Künstler. Das berühmteste Barockepitaph befindet sich auf der Grabesstätte  des Nürnberger Patriziers Andreas Georg Paumgartner.

In der Nähe der Johanniskirche befindet sich auch das Familiengrab eines FU–Mitgliedes. Auch hier ziert ein schönes und ausdrucksvolles Epitaph den Grabstein.

Der Einblick in die Johanniskirche rundete diesen interessanten Friedhofsbesuch ab. Diese über 700 Jahre alte Kirche ist die einzige Nürnberger Kirche aus reichsstädtischer Zeit, die nie zerstört wurde. Gleichzeitig ist sie das letzte noch übrig gebliebene Bauwerk des ehemaligen Siechkobels St. Johannis. Diese Kirche ist mit ihren Altären, Skulpturen und Glasfenstern ein gotisches Kleinod.

Anschließend führte die Stadtführerin die Altdorfer Gruppe zu dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Hesperidengarten, der im italienischen Stil erbaut wurde. Die Besucher bekommen hier einen Einblick in die berühmte Gartenkultur des 17. und 18. Jahrhunderts.

Im Außenbereich der Kaffeestube mit dem herrlichen Ausblick auf den Hesperidengarten hat die Gruppe diesen kulturgeschichtlichen Nachmittag ausklingen lassen.