Elternhaus legt Grundlagen

„Die Elternliebe zählt“

Dies ist eine der wesentlichen Grundlagen zur Vorbeugung von Jugendkriminalität, so Prof. Dr. Franz Streng, vom Lehrstuhl für Strafrecht und Kriminologie der Universität Erlangen, zugleich Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichts-hilfen e. V.  70% der Jugendlichen, welche straffällig geworden sind, haben von beiden Elternteilen keine Liebe sondern Zurückweisung erfahren.

Zu der Veranstaltung „Gewaltdelinquenz Jugendlicher, Ursachen + Prävention“  hatte die Altdorfer CSU im Rahmen ihres Jahresprogrammes in die Gaststätte „Sportpark“ eingeladen.

Prof. Streng bezog sich u. a. bei seinem Referat u. a. auch auf die Vergleichsunter-suchungen des Ehepaar Mc Cord. Es zeigte sich, dass die – naturgemäß ganz wesentlich durch die Erziehungsperson (nicht) vermittelten Wertorientierungen und eine entsprechende Normakzeptanz  besonders wesentliche Erklärungsfaktoren für die von den befragten Kindern und Jugendlichen eingeräumten normwidrigen Handlungen darstellen. Da nicht vorausgesetzt werden kann, dass jedermann Gelegenheit hat, ein förderliches Erziehungsverhalten in der eigenen familialen Sozialisation  zu erlernen, sollte bereits für die 8. oder 9. Klassenstufen ein Fach „Erziehungskunde“ (wieder) eingeführt werden.

Es stellt eine kriminologische Binsenweisheit dar, dass die aus gewalttätigen Familien entsprossenen Jungen überproportional gefährdet sind, selbst durch Gewaltausübung aufzufallen. Auch bei der Wahrnehmung von Schülergewalt an den Schulen zeigt sich ein laissez faire Stil von Seiten der Schule gegenüber aggressivem Verhalten, auch nur gegenüber Raufereien, als Entstehen eines ansteckenden Milieus. Eine frühzeitige und konsequente Abblockung durch Lehrer und Schulleitung hält er für eine wichtige Vorbeugung.

Festzustellen ist, dass Körperverletzungsdelikte ansteigen, Mordfälle aber lt. Statistik abnehmen. Auch die Bevölkerung ist zunehmend sensibler gegenüber Gewalt geworden und es liegt zudem eine höhere Anzeigebereitschaft vor. Abschließend stellte er fest, dass der im deutschen Strafrecht verankerte Resozialisierungsansatz neben dem Schuldausgleichsgedanken ein wichtiger Ansatz  ist, im Vergleich mit dem Strafrecht in der USA, wo die Null- Toleranz hohes Ansehen hat und in den Gefängnissen im Vergleich zu Deutschland 700 Gefangene zu 90-95 Gefangene je 100.000 stafmündiger  Bürger inhaftiert sind.

Bei der anschließenden Diskussion konnte man feststellen, wie komplex und vielschichtig dieser Themenbereich war.  Abschließend bedankte sich der Ortsvorsitzende Thomas Kramer bei dem Referenten und verwies auf die kommenden Veranstaltungen  der CSU Altdorf.