Marlene Mortler informiert sich im carisma-Markt

„Not sehen und handeln“, das ist das Motto des Caritasverbandes im Nürnberger Land, dem Träger des Carisma-Marktes in der Meergasse in Altdorf. Eine Abordnung des CSU-Ortsverbandes, sowie der Arbeitsgemeinschaften der Frauen-Union und der Senioren-Union, an der Spitze die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler stattete dieser neuen Einrichtung der Caritas einen Besuch ab. Ziel war, sich zu informieren, wie dieses Motto der Caritas umgesetzt wird und den neuen Gebrauchtwarenmarkt kennen zu lernen und bekannter zu machen.

Marlene Mortler wollte sich aber vor allem ein Bild davon machen, ob die Zusammenarbeit mit dem Landkreis, dem Bezirk und der ARGE Nürnberger Land zufriedenstellend funktioniere und welche Wünsche und Anliegen an die Politik von Seiten des Caritasverbandes bestehen.

 

Es sei ein großes Stück Arbeit gewesen, bis dieser Markt im südlichen Landkreis eröffnet werden konnte. Der Bedarf war schon lange bekannt, aber die Suche nach passenden Räumlichkeiten gestaltete sich sehr schwierig. Deshalb sei man besonders froh, dass der ehemalige HL-Markt im Stadtteil Fürstenschlag in Altdorf habe angemietet werden können.  Dies betonte Angela Henke, die Kreisvorsitzende des Caritasverbandes in ihrer Begrüßung. Sie freue sich über den Besuch der CSU-Delegation mit den Stadträten Angelika Rass, Thomas Kramer, Wolfgang Rösch, dem derzeit amtierenden Bürgermeister der Stadt Altdorf, dem Fraktionsvositzenden der CSU Dr. Hans-Peter Pöllot und natürlich der Bundestagsabgeordneten Marlene Mortler. So sei es möglich, die Arbeit der Caritas im Landkreis darzustellen und bekannter zu machen.

 

Der mit viel Liebe und großem finanziellen Aufwand renovierte Gebrauchtwarenmarkt in Altdorf ist der zweite neben dem seit 10 Jahren in Hersbruck bestehenden im Landkreis. Das Konzept des Marktes ist so einfach wie genial: Gut erhaltenes Mobiliar wird abgeholt und preisgünstig wieder verkauft. Der Nutzen ist vielfältig.

Wer kennt sie nicht, die Frage  nach Wohnungswechsel oder -auflösung: Wohin mit den schönen alten Sachen, die zum Wegwerfen viel zu schade sind? Hier helfen die Mitarbeiter des Integrationsbetriebes „carisma“. Gut erhaltene Möbel, Elektro- und Haushaltsartikelartikel, Bücher, Spielsachen und Vieles mehr werden kostenlos abgeholt. Nach Reinigung und Pflege werden die Sachen im Markt zum Verkauf angeboten. Hier haben alle Bürger, nicht nur sozial schwache die Möglichkeit, preiswert einzukaufen. Und als Weiteres sei vermerkt; mit jedem Wiederverwerten wird die Umwelt entlastet.

 

Der wichtigste Aspekt dieser Arbeit jedoch ist die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt oft keine Chance auf eine Einstellung haben. Die Caritas beschäftigt hier Menschen mit psychischen und seelischen Erkrankungen und versucht eine Wiedereingliederung zu ermöglichen. Arbeitslosengeld II-Empfängern und Erwerbsunfähigkeitsrentnern werden Zuverdienstmöglichkeiten geboten, was den Kranken wieder Sinn und Mut vermitteln kann. Der carisma-Integrationsbetrieb kann in diesem Bereich 28 Menschen sozialversichert beschäftigten und hat weitere ca. 50 Therapieplätze mit Erprobungsmöglichkeiten in verschiedenen Arbeitsbereichen anzubieten.

Die Zahl der seelisch und psychisch Erkrankten nimmt stetig zu. Anders als bei körperlich Behinderten sind seelische Erkrankungen, wie z. B. Depressionen, Schizophrenie u. Ä. oft unsichtbar und schwere Schicksale bleiben im Verborgenen, aber jeder Mensch kann eines Tages selber Betroffener sein.

Die Finanzierung des Gebrauchtwarenmarktes wird ergänzt durch die Recyclingabgabe des Landkreises und Zuschüssen der ARGE. Auf die Umsätze ist nur der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 % zu entrichten.

 

Als Auffangbecken für Menschen in Not bietet die Caritas im Landkreis noch verschiedenste Fachdienste an, z.B. Ehe-, Sucht-, Erziehungs-,  Schwangerschafts- und Schuldnerberatung;  auch auf ökumenischer Basis. Die Zusammenarbeit über Diözesangrenzen hinweg im Landkreis klappt hervorragend. Dies konnte auch Wolfgang Rösch, der Vorsitzende des Caritas-Ortsverbandes Altdorf bestätigen. Der Pflegedienst der hiesigen Caritas-Sozialstation wird von Neumarkt aus organisiert.

 

Der Geschäftsführer des carisma-Integrationsbetriebes, Walter Häring,  sowie die Leiterin des Altdorfer Marktes, Hanne Neumeier freuen sich, dass das Angebot ihres Marktes schon so gut angenommen wird. Die Lage neben Schwimmbad und Grundschule mit den vielen Parkplätzen ist gut; es dürfen aber gerne noch mehr Leute kommen und einfach mal schnuppern.

 

Ein besonderes Anliegen gab man der Bundestagsabgeordneten noch mit auf den Weg: Es ist oft ärgerlich, dass die Mitarbeiter nur brauchbares Mobiliar mitnehmen dürfen. Unverkäufliches aus den zu räumenden Wohnungen muss anderweitig entsorgt werden, was immer wieder zu großer Enttäuschung und Missbehagen führt. Gerne würde man auch ganze Sozial-Wohnungsräumungen durchführen dürfen. Hier ist die Politik gefragt, Hürden aus dem Weg zu räumen. Marlene Mortler versprach, sich der Sache anzunehmen und dankte allen Verantwortlichen im Caritasverband Nürnberger Land für ihre Arbeit und ihren  Einsatz. Ohne das haupt- und ehrenamtliche Engagement der Caritas und aller anderen Sozialverbände wäre unser Land sehr viel ärmer.