Altdorfer CSU steht dem Stromtrassenkonzept kritisch gegenüber

Die von der Firma Amprion vorgelegt Planung der Stromtrassen sieht die Altdorfer CSU äußerst kritisch. Man sehe zwar die Notwendigkeit der Stromtrassen, lehne aber solch massiven Eingriffe in die Landschaft ab. Besser wäre es, sich das Gutachten der Bundesnetzagentur zueigen zu machen und auf vorhandene Trassen wie Bahnlinien und Autobahnen zurückgreifen. Wo technisch möglich solle eine Erdverkabelung angestrebt werden, so die einhellige Auffassung des Ortsvorsitzenden Thomas Kramer und des Fraktionsvorsitzenden Dr. Bernd Eckstein.

Die CSU Altdorf diskutierte auch mit ihren Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat intensiv die aktuelle Problematik. Dabei wurde der Sachstand veranschaulicht und mögliche Alternativen vorgestellt. Alle für die Region verantwortlichen Politiker seien nun gefordert. Man müsse sich hier für die Bevölkerung einsetzen, denn vor allem die Altdorfer Ortsteile Hegnenberg, Pühlheim, Rieden und Hagenhausen seien unzumutbar belastet.

Die Optionen aus dem einschlägigen Gutachten der Bundesnetzagentur seien überhaupt noch nicht hinreichend geprüft worden. Man habe diese vorschnell aus Kostengründen verworfen, obgleich die zusätzlichen Kosten für eine Nachrüstung des Bahnnetzes mit entsprechenden Masten und der Gleichstrombetrieb im Hinblick auf die Gesamtkosten der Energiewende (der Bundeswirtschaftsminister spricht aktuell von 20-24 Mrd. Euro pro Jahr) vergleichsweise  gering erscheinen.

Im übrigen gebe es genügend Fachleute, welche konstatierten, dass ein Neubau der Trassen immer noch deutlich teurer käme und vor allem rechtlich schwieriger zu bewältigen wäre (es ginge hier faktisch um zahlreiche Enteignungen). Beim Rückgriff auf vorhandene Bahn-Leitungen seien hingegen keine neuen Zulassungsverfahren oder Nutzungsrechte zu beantragen.

Wenn man die technisch besseren Möglichkeiten nicht ernsthaft verfolgen wolle und einen solch massiven Eingriff in Natur und Landschaft durchsetze, dann sei die Akzeptanz der Energiewende durch die Menschen gefährdet. Die Zumutungen müssten irgendwann aufhören! Somit dürfe man sich keiner zu engen Zeitvorgabe unterwerfen. Es müsse stattdessen überlegt werden, ob wirklich die beste und verträglichste Lösung angestrebt würde. Für die CSU erscheine ein Ausbau auf vorhandenen Trassen und auf Basis vorhandener Leitungsrechte schneller zu bewerkstelligen als ein Trassenneubau, wenn man an die erheblichen Widerstände denkt, die vor Ort zu erwarten sind, wenn es um Enteignungen und örtliche Beteiligung geht.

Eine Erdverkabelung ist nach Auffassung der CSU eine realistische Option: Die Deutsche Energieagentur (dena) beziffert die Kosten einer Erdverkabelung mit Faktor 2,5. Das gilt für den Bau, aber im Betrieb der Leitungen gibt es erhebliche Einsparungen, weil u.a. die Leitungsverluste deutlich geringer sind. Weiterhin entsteht bei einem Gleichstromerdkabel keinerlei schädliche Strahlung an der Erdoberfläche und Landwirtschaft ist -anders als bei Wechselstromerdkabel - ohne jede Einschränkung und ohne zusätzlichen Flächenverbrauch möglich. Entscheidend sei aber, dass man auf vorhandene Trassen, die sich im Eigentum des Bundes oder eines bundeseigenen Unternehmens wie der Bahn befinden, besser und schneller planen könne.

Für die CSU kommt es weiterhin darauf an, dass die Aussage des Bundeswirtschaftsministers und der Kanzlerin, man müsse bei der Energiewende die „Menschen mitnehmen" keine leeren Worte blieben! Es könne nicht sein, dass die Menschen den immer teurer werdenden Strom bezahlen und dann auch noch vor Ort wesentliche Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität ertragen müssten! Die Akzeptanz der Energiewende sei hier durchaus gefährdet!

Die Stellungnahmen von Grünen und Freien Wählern hält die CSU Altdorf nach Aussage von Bernd Eckstein in diesem Zusammenhang für wenig hilfreich! Eine ausschließliche Vor-Ort-Energieerzeugung höre sich zwar schön an, könne jedoch weder sichere noch kostengünstige Energieversorgung garantieren! Auch hier würden im übrigen Leitungs- und Speicherkapazitäten benötigt!

Den großen Netzbetreibern gehe es ums schnelle Geld. Es komme in der Politik aber darauf an, dass man die aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger qualitativ beste Lösung anstrebe. Schnelligkeit bei Entscheidungen solcher Tragweite sei noch nie ein guter Ratgeber gewesen, so Eckstein und Kramer.