Altdorfer CSU Arbeitsgemeinschaften diskutieren mit Dieter Cordes über den Nationalsozialismus

Weder Rassenwahn, noch nationalistische oder sozialistische Gleichmacherei, sondern das christliche Menschenbild muss Maßstab für jegliches gesellschaftspolitische Handeln sein. Das war die Erkenntnis aus einer Gemeinschaftsveranstaltung der Jungen Union, der Frauen-Union und der Senioren-Union, den drei Arbeitsgemeinschaften der Altdorfer CSU unter dem Motto: Nie wieder Nationalsozialismus!

Mit seinem Einführungsreferat: „Das Ende des Dritten Reiches - Deutschland zwischen 1929 und 1939" legte Dieter Cordes die Grundlage zum Verständnis der Entwicklung zum Einparteienstaat der Nationalsozialisten und dessen Niedergang. Dieter Cordes legte eine meist völlig unbekannte Sicht des Entwicklung in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts dar. Die Weimarer Verfassung von 1919 verfügte das sogenannte „Positive Recht", ein total formales Verständnis von Recht, welches alles für rechtens erklärte, wenn es nur irgendwie durch Gesetze legitimiert sei. Schon Reichspräsident Hindenburg übte so via „Notverordnung" am Reichstag vorbei unkontrolliert Macht aus. Den Nationalsozialisten wurde damit ein geeignetes Instrument in die Hand gegeben sich in kürzester Zeit einen „Rechtsstaat" nach ihrem Willen zu formen mit allen bekannten Folgen einer Willkürherrschaft. Nach der Machtergreifung 1933 kam es zu öffentlichen Bücherverbrennungen jüdischer Schriftsteller. Berufsverbote wurden für sie erlassen, wie auch für jüdische Beamte und Ärzte; schon das Studium dieser Berufe war Juden verboten. Die Auswirkungen dieser Politik trieb ca. 8000 hochqualifizierte Wissenschaftler ins Ausland, mit dem Ergebnis, dass Deutsch als weltweite Wissenschaftssprache verschwand und später vom Englischen abgelöst wurde.

Die Rassengesetze, die einer Vergewaltigung des Rechtes gleichkamen, legalisierten die Vertreibung und Vernichtung der jüdisch stämmigen Intelligenz mit dem Ergebnis, dass trotz Beschlagnahmung des jüdischen Vermögens die Wirtschaftskraft Deutschlands in wenigen Jahren extrem schrumpfte. Nur durch Arbeitsdienste und eine gigantische Aufblähung der Rüstungsindustrie konnte die Arbeitslosigkeit öffentlichkeitswirksam stark gesenkt werden. Trotz Preisüberwachung und Rationierung, auch der Rohstoffe für die Industrie hat das NS-Regime durch die halsbrecherische Steigerung des Rüstungshaushaltes ein gewaltiges volkswirtschaftliches Ungleichgewicht erzeugt. Deutschland war schon 1938 vollkommen pleite; nur durfte es keiner wissen. Allein der unsinnigste aller Kriege hielt die Nationalsozialisten noch 6 Jahre an der Macht. In keiner Fernsehsendung zur Historie der NS-Zeit wird das berichtet.
Ein Auszug aus seinem Buch „Und bleib übrig", den Werner Bleicher zum Besten gab, erzählte von den Überlegungen eines 6-jährigen über die Aussage: „Sei ruhig, sonst kommst du nach Dachau!" Aus Elmar Happs Buch „Aufrecht gegen den Strom" las seine Witwe von den Selektierungen in „gute" und „politische" Anzeigen bei der Aschaffenburger Polizei.

Dann wurde der Blick auf heute gerichtet. Lisbeth Happ berichtete über ihre Recherchen bezüglich der Neonazi-Szene. So stagnieren die Mitgliedszahlen bei NPD und DVU mit je ca. 6000 bundesweit und Bayern mit ca. 1000. Die Jugendorganisation der NPD zählt keine 900 Mitglieder, bayernweit etwa 90. Es werden ca. 1000 deutschsprachige Websites mit neonazistischen Inhalten betrieben. Woher das Geld dafür kommt, kann nicht einmal der Verfassungsschutz in seinem jüngsten Bericht erklären. Deutlich wird in diesem Bericht, dass die rechts- und linksradikalen Straftaten in etwa gleich hoch sind, wobei sich oft die jeweiligen Gruppierungen gegenseitig beschimpfen und dann verprügeln.  Die Propaganda von rechts außen gegen Juden, Farbige und Türken, kurz alles Fremde stellt sich in all diesen Veröffentlichungen als unglaublich primitiv und ignorant dar.
Was aber diverse antifaschistische Gruppierungen in Dokumentations- und Informationsprojekten von sich geben ist ebenso Hetze übelster Art. Selbst die eigentlich renommierte Friedrich-Eberth-Stiftung macht bei dieser Hetzkampagne mit, indem sie in einer Studie aus 2008 unsägliche Behauptungen aufstellt. So seien die meisten unserer deutschen Volkslieder, die Trachten- und Vetriebenenverbände nationalistisch, 40 % der Bayern Ausländer-feindlich und Bayern sowieso rechts-lastig.

Die abschließende Diskussion ergab als Fazit , dass wir als mündige Bürger wachsam sein müssen gegen Rechts und Links. Als Demokraten müssen wir dazu beizutragen, dass die Bundesrepublik Deutschland ein freiheitlicher Rechtsstaat bleibt, mit gleichen Rechten und Pflichten und mit hoher Achtung der Menschenwürde für alle Bürger, ganz gleich welcher Herkunft, Religion oder Hautfarbe.