CSU Altdorf feierte 50 Jahre

Der CSU-Ortsverband Altdorf feierte sein 50-jähriges Bestehen. Im Sportpark schwelgten die Redner dabei in Erinnerungen und erzählten lustige Anekdoten aus der Gründungszeit. Sie machten sich allerdings auch Gedanken über die Zukunft der Volksparteien und natürlich speziell der Christlich-Sozialen-Union.

Ehrengast und Hauptredner war der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Er verwies auf die breite Basis der CSU mit ihren rund 160.000 Mitgliedern, zahlreichen Ortsverbänden und den prägenden Persönlichkeiten, die aus ihren Reihen kommen. „Wir haben nicht nur einen Vorturner, und wenn der Probleme hat, hat sie die ganze Partei", meinte er in Anspielung auf die FDP. Diese breite Basis habe die CSU stark gemacht. Und das gelte, „auch wenn uns der Wind eben mal ins Gesicht weht". Selbstverständlich könne man nicht von Anfang an einer Meinung sein. Das bringe politische Diskussionen, „und die müssen wir im richtigen Stil austragen", ist Herrmann überzeugt. „In einer partnerschaftlichen Art kann man seine Ansichten austauschen. Wenn dann aber etwas entschieden ist, muss man auch dahinterstehen", forderte er.

Der Innenminister ist auch Bezirksvorsitzender der CSU Mittelfranken und hat den Ortsverband Altdorf als verlässlichen Partner kennen gelernt, wie er sagte. Viel Unterstützung erfuhren auch Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler und Landtagsabgeordneter Kurt Eckstein, die sich dafür bei den engagierten Mitgliedern bedankten.

Mortler berichtete über den Vortrag eines Wahlforschers im Bundestag, der sich über die Zukunft der Volksparteien Gedanken gemacht hatte. Sein Ergebnis: Die Parteien brauchen eine Leitidee und müssen ganz viele Gruppierungen im Blick haben. Die Erwartungshaltung der Wähler: Verlässlichkeit statt Zick-Zack-Kurs. „Wir müssen den Menschen das Gefühl geben: Wir reden nicht nur, wir machen das dann auch so", stellte die Bundestagsabgeordnete aus Dehnberg fest.

Kurt Eckstein dankte den Gründungsvätern des Ortsverbandes Altdorf. Er habe auch persönlich viel von ihnen gelernt. „Es ist nicht einfach, sich zu einer Partei zu bekennen und die verschiedenen Interessen der Stadt in Einklang zu bringen", weiß er aus Erfahrung. Eckstein hatte sich lange gesträubt, ehe er in die CSU eintrat, obwohl er der Jungen Union Altdorf von in ihrer Geburtsstunde an angehörte. Jetzt ist er aber nach wie vor überzeugt: „Die Idee der CSU ist die richtige für Bayern."

Bürgermeister Erich Odörfer trat 1973 sowohl der JU als auch der CSU bei. Sein politisches Vorbild war Friedrich Weißkopf, einer seiner langjährigen Amtsvorgänger und einer der Gründer des Ortsverbandes. Dieser habe ihm gesagt: „Ihr könnt die Bürger nicht verstehen, wenn ihr nicht unter ihnen sitzt und ihnen zuhört." Diesen Rat hätten er und weitere Weggefährten denn auch befolgt, sagte Odörfer.

Der Bürgermeister verwies darauf, dass der Altdorfer Ortsverband der zweitgrößte im Landkreis ist und von einem Altdorfer im Landtag vertreten wird. „Darauf können wir stolz sein", meinte er. Dies sei aber nicht nur der Verdienst derjenigen, die in vorderster Front stehen, sondern der Mitglieder. „Das wird oft vergessen." Abschließend überreichte er Ortsvorsitzendem Thomas Kramer ein Spendenkuvert zum Jubiläum.

Bezirksrat und Fraktionsvorsitzender im Kreistag, Norbert Dünkel, sieht die CSU Altdorf als einen sehr zuverlässigen, aktiven, prägenden und liebenswerten Ortsverband, der 1961 gegründet worden war. „Das ist ein besonders guter Jahrgang", meinte er schmunzelnd, hatte er selbst doch vor gut einer Woche seinen 50. Geburtstag gefeiert.

Die Stadt sei immer dann einen guten Schritt vorangekommen, wenn sie CSU-geführt war, sagte Dünkel. Der Grund dafür seiner Ansicht: „Hier im Ortsverband gibt es viele Meinungsmacher und Denker."

50 Jahre CSU Altdorf bedeuten auch 50 Jahre ehrenamtliches Engagement und die Suche nach den besten Lösungen für die Stadt im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, erklärte der Ortsvorsitzende Thomas Kramer. Gründe für die Gründung des Ortsverbandes seien der Wunsch und die Hoffnung gewesen, etwas zu bewegen. Die zweite Generation ging wie MdL Eckstein aus der JU hervor und trug dazu bei, dass Altdorf eine moderne, offene und wirtschaftlich gesunde Stadt mit familiärem Charakter ist. Von deren Wissen profitiere die dritte Generation, zu der etwa Kreisrat und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, Dr. Bernd Eckstein, gehört.

„Die Bindung an die großen Parteien lässt nach", ist sich auch Kramer im Klaren. Deshalb werde die Nachvollziehbarkeit von politischen Entscheidungen immer wichtiger.

Zuvor hatte er die Gäste begrüßt, darunter stellvertretenden Landrat Andreas Kögel, die Bezirksvorsitzende der Frauen-Union, Christina Diener, Stadt- und Kreisräte, Vorsitzende benachbarter Ortsverbände wie Günther Nedvidek aus Burgthann und Vereinsvorsitzende wie Uli Reichert vom DAV Sektion Altdorf.

Bernd Eckstein hatte eine bunte Chronik zusammengestellt und dabei manche Anekdote entdeckt. So ließ sich ein neues CSU-Mitglied seine Parteikarte nicht nach Hause schicken - die Eltern waren bei den Freien Wähler und sollten den „Fehltritt" ihres Sohnes wohl nicht mitbekommen. Eckstein erinnerte an die Gründungsmitglieder, darunter sein Großvater Johann Eckstein, damals Bürgermeister in Rasch. Bernd Eckstein verdeutlichte mit Fotos von Erich Odörfer den Wandel in der Frisurenmode im Laufe der Jahrzehnte und zeigte alte und jetzige Plakate, Wahlkampfbroschüren und Partei-Zeitungen. Dabei wurde deutlich, dass die CSU Altdorf manch hochaktuelle Projekte wie das Hallenbad schon frühzeitig aufgegriffen hatte.

Zum Abschluss plauderte er mit dem 83-jährigen Gründungsmitglied Max Bauer, Erich Odörfer, Kurt Eckstein, dem früheren Ortsvorsitzenden Wolfgang Rösch und dem langjährigen Stadtrat Johann Peter Pöllot in einer Talkrunde. Sie erinnerten sich an ihre Wege zur CSU und die früher manchmal ungewöhnliche Arbeitsweise im Stadtrat. Musikalisch begleiteten die „D'Stonsdorfer" durch den Abend.

Die Altdorfer CSU möchte sich ganz herzlich beim Boten und bei der anwesenden Lokalredakteurin  Martina Rüsing für die hervorragende Berichterstattung bedanken.